Dienstag, 21. Mai 2013

Eine Photovoltaikanlage kommt

So, die Würfel sind gefallen, es wird eine Photovoltaikanlage installiert. Wie neulich schon geschieben, wird es eine Anlage mit Leistungsoptimierern hinter jedem Photovoltaikmodul, um meine komplexe Verschattungssituation (Gaube, Bäume usw.) in den Griff zu bekommen. Ein Artikel in der Photon erklärt, was die tun und was die taugen.

Die Leistungsoptimierer machen die Sache natürlich nicht billiger, unter 200 EUR pro kWp extra kommt man kaum weg. Dafür hat man dann aber auch Monitoring bis runter auf Modulebene und kann ziemlich sicher sein, das letzte aus den Modulen rauszuholen.

Ich habe mir dann mal die beiden Marktführer, Solar Edge und Tigo Energy angeguckt und mich dann für Solar Edge entschieden. Die Gründe waren (unsortiert):
  • Kommunikation der Leistungsoptimierer per Kabel, nicht per Funk. Es wird dabei das Kabel für den Strom verwendet, es muss kein extra Kabel verlegt werden. Funk ist mir nicht zuverlässig genug und verzögert die Kommunikation mit der zentralen Steuerung.
  • Da die Leistungsoptimierer einiges an Arbeit übernehmen ist bei Solar Edge der Wechselrichter simpler aufgebaut. Das spart Kosten und steigert hoffentlich die Lebensdauer.
  • Bei Tigo hätte ich einen "normalen" Wechselrichter nehmen und wohl mit zwei Strings arbeiten müssen, da besteht die Gefahr, dass ein String nicht so schnell "startet", bei einer Verschattungssituation.
  • Bei Tigo hätte ich für Einspeisemanagement noch eine Box extra gebraucht, bei Solar Edge hat der Wechselrichter einen Eingang für die Rundsteuerung.
  • Solar Edge regelt. Tigo regelt (verzögert, wegen Funk) und "lernt". Tut mir leid, aber lernenden Systemen traue ich nicht, wenn ich da nicht selbst dran drehen kann.
  • SolarEdge hat Unmengen an Material online verfügbar, Videos auf YouTube und wirklich gute Online-Seminare für die Technik und das Monitoring usw. die live stattfinden und wo man Fragen stellen kann.
Solateure sind ja auch sehr, sehr unterschiedlich. Ich scheine aber auch Extreme erwischt zu haben.
Einer war total konservativ und wollte erst nur eine kleine 3,5kWp Anlage aufs Dach machen. Aber das ist kaum noch wirtschaftlich, weil die Sockelkosten (Anfahrten, E-Arbeiten, Gerüst, ...) zu hoch sind.
Ein anderer wollte mehr Module aufs Dach tun als überhaupt möglich und war schon bei 8kWp mit 240er Modulen... Obwohl er vor Ort war. Zwischendurch habe ich mich schon gefragt, ob ich das Angebot nicht einfach annehme, nur um zu sehen, wie das gehen soll...

Es war aber wichtig, mehr als eine Meinung zu haben. So ein Dach kann man schon auf verschiedene Art und Weise mit Modulen belegen und nicht alles ist jedem gleich klar...

Auf der anderen Seite ist es schon toll, zu sehen, was man heute mit Photovoltaik-Planungssoftware alles machen kann. Ein Angebot ohne PV-Sol Simulation (oder vergleichbar) würde ich ja nicht mehr anfassen. Wobei ich auch noch keinen getroffen habe, der die Software vollständig ausgereizt hat. Ist wahrscheinlich zu viel Arbeit...

Die Anlage wird sich auf 20 Jahre rechnen, da bin ich ziemlich sicher. Aber aufgrund des Aufschlags für die Leistungsoptimirer und der Verluste durch die Verschattung wird es auch ziemlich sicher keine Gelddruckmaschine werden. Es sei denn, die Inflation wird so schlimm, wie manche befürchten... :-)

Es sind 7,6kWp mit 255er Modulen geworden. Die Module liegen im Garten, morgen gehen sie aufs Dach...

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Wärmepumpen vs Smart Grid usw.

In der "neue Energie" vom letzten Monat war ein Artikel über Wärmepumpen. Es ging um das Thema Integration in Stromnetze und was Wärmepumpen hier noch nicht können. Ich fand, die waren nur am meckern. Man könnte doch einfach mal formulieren, was man sehen möchte. Und dann gibt es ab Tag X eben nur noch Förderung, wenn eine WP das kann. Oder es gibt, wie bei Windkraftanlagen, zusätzliche Förderung, wenn eine WP sich noch mehr integriert.

Heute (und schon seit Jahrzehnten!) ist eine Wärmepumpe praktisch das einzige Gerät in einem Haushalt, dass vom Energieversorger bzw. lokalen Verbundnetzbetreiber (VNB) gesteuert werden kann: Um einen Wärmepumpentarif zu bekommen, muss man einen extra Zähler plus einen Rundsteuerungsempfänger kaufen und installieren lassen und dann darf der VNB die Wärmepumpe X mal am Tag für Y Stunden abschalten. In Hamburg z.B. zwei mal am Tag für zwei Stunden.

In dem Artikel wurde dann rumgemeckert, dass ja wohl jedes Haus zwei Stunden puffern kann. Kann schon sein. Fakt ist, dass man als WP Betreiber seine WP so auslegen muss, dass sie nach zwei Stunden Abschaltung das Haus wieder "hochziehen" kann. Auswirkungen auf Warmwasser betrachte ich mal nicht.

Wenn man in Zukunft mehr als zwei Stunden ausschalten will, dann gibt es zwei Optionen: a) alle müssen noch größere Wärmepumpen installieren um dann aus einem tieferen Tal herauszukommen oder b) das Netz muss der Wärmepumpe vorher Bescheid sagen: "in zwei Stunden will ich dich für vier Stunden abschalten" und dann heizt die Wärmepumpe das Haus "vor" und geht im Zweifel mit der Temperatur ein Grad hoch, damit das Haus auch in vier Stunden nicht unter die Wunschtemperatur fällt.

Auf der anderen Seite sinkt die Preisdifferenz zwischen Wärmepumpen- und Haushaltsstrom. Die o.g. Steuerbarkeit scheint den Stromversorgern wohl nicht so wichtig zu sein. Mir ist allerdings unklar, warum. Ich hätte erwartet, das sowas wichtiger wird.

Aber man kann das aus meiner Sicht an zwei Stellen gut steuern: a) (nur/zusätzliche) Förderung von WP die sich entsprechend steuern lassen oder b) entsprechend attraktive Wärmepumpentarife.

Bei den Windmüllern und der Photovoltaik läuft das doch auch gut.

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Mittwoch, 1. Mai 2013

Entwicklung des EnEV Primärenergiefaktors für Strom

Die Entwicklung des Primärenergiefaktors für Strom in der EnEV ist wohl schon bis 2016 festgelegt?

Seit 2009: 2,6
ab 2014: 2,0
ab 2016: 1,8

Aber das habe ich ja schon vor Jahren diskutiert :-)

Trotzdem: nur eine Kilowattstunde, die man nicht verbraucht ist eine gute Kilowattstunde. Deswegen ist auch praktisch das einzige, was ich bei unserem Haus anders machen würde, wenn ich es nochmal bauen könnte: mehr dämmen.

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Dänemark machts vor?

In der "Sonnenenergie" 3/2013 heißt es:

In Dänemark ist seit Anfang 2013 der Einbau von Öl- und Gasheizungen bei Neubauten untersagt. Bei Heizungsmodernisierungen muss Holz, Biogas oder eine Wärmepumpe eingesetzt werden.

In Deutschland werden Gasheizungen sicherlich nicht so schnell verboten, schon eher aber wird man einen Anbieter mit Biogasanteil am Gasmix nehmen müssen.

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Sonntag, 28. April 2013

Dieses Jahr schon die Opferanode geprüft?

Wenn nein, die untere vordere Abdeckung abnehmen und auf der linken Seite die Anzeige der Opferanode finden und dann die Knopf daran drücken.

Alles grün? Gut. Sonst beim Kundendienst anrufen.

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Samstag, 27. April 2013

Wärmepumpen mit thermoakustischen Kompressoren

Das ehemalige Xerox Lab -- in der IT berühmt durch Erfindungen, die dann andere Groß gemacht haben wie Ethernet, die PC Maus, die grafische Oberfläche usw. -- hat wohl um 2010 ein "thermoakustisches Gerät für Umgebungstemperaturen" entwickelt oder simuliert:

Mit der Technik, Klimaanlagen mittels Schallwellen zu betreiben, beschäftigt sich auch ein Forscherteam um Scott Elrod am Palo Alto Research Center (PARC), das mechanische Kompressoren in Kühlschränken und Klimaanlagen durch thermoakustische Kompressoren ersetzen möchte. Diese komprimieren oder expandieren Gase mit Schallwellen hoher Intensität, wobei die Verdichtung von Gasen Wärme erzeugt, während ihre Expansion Dinge abkühlt. Mechanische Kompressoren arbeiten zwar nach dem gleichen Prinzip, erreichen typischerweise jedoch nur rund 12 % des theoretischen Maximums, während thermoakustische Kompressoren den Wirkungsgrad aufgrund der inhärenten Eigenschaften von Schallwellen verdreifachen können und mehr.

Das ist dann wohl nach Scroll- und Invertertechnologie die nächste Innovation, die Kältemaschinen-Kompressoren in ihrer Effizienz weiter steigert?

Ein Patent dazu ist hier. Und hier noch eins von Bosch.

Die tiefste Temperatur, die man mit solchen Kompressoren erreicht hat, sind wohl minus 97°C und damit ist klar, dass hier mehr geht als mit herkömmlichen Kältemitteln.

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Dienstag, 23. April 2013

Persönliche Stromverbrauchsentwicklung

Mit dem Thema Photovoltaik denkt man auch wieder stärker über Eigenverbrauch und Eigenverbrauchssteuerung nach. Wir verbrauchen in unserem 4-Personen Haushalt pro Jahr um die 2500kWh Haushaltsstrom. Mal unter 2400 und mal bis zu 2700, in Abhängigkeit von Urlaub, Wetter und Kinderkrankheiten (z.B. Läusepanik kostet Waschaschinen- und Trockerlaufzeiten :-).

Dazu kommt Heizung und Lüftung durch die Nibe Fighter 600P mit um die 6000kWh, je nach Winter.

Wie wird sich das wohl in den nächsten 5 Jahren entwickeln?
  • Minderverbrauch durch Ersatz der Halogen-Leuchtmittel durch LED: ca. 50kWh/Jahr
  • Minderverbrauch durch neue WP in 2-5 Jahren: ca. 2000kWh/Jahr
  • Minderverbrauch durch neuen Kühlschrank in 1-3 Jahren: 140kWh/Jahr
  • Mehrverbrauch durch Elektronik für die Kinder in 3-5 Jahren: 20kWh/Jahr
  • Mehrverbrauch durch endlich wieder mehr Filme gucken, weil die Kinder immer besser durchschlafen: 80kWh/Jahr
  • Minderverbrauch durch Induktionsherd oder Wasserkocher mit Temperaturvorwahl in 3-5 Jahren: 60kWh
  • Der Mehrverbrauch durch ggf. mehr Gadgets sollte sich durch den Minderverbrauch neuerer Geräte ausgleichen.
Die nächste Waschmaschine und der nächste Trockner werden auch weniger verbrauchen, aber einen Business Case gibt es sicher erst wieder in 5-10 Jahren.

Holodeck-Technologie wird sicherlich brutal auf den Stromverbrauch gehen, aber auch das werde ich in den nächsten 5 Jahren sicherlich nicht kaufen können...

Was habe ich vergessen?

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Stromflatrate?!

Also wenn Ihr mich fragt, es geht ein Rauschen durch die Stromszene und es flüstert "Strompreis-Flatrate".

Die Begründung dafür? Die variablen Kosten der Stromerzeuger sinken. Oder besser: bei Photovoltaik, Wasser- und Windkraft gibt es sie garnicht, die verstromte Energie ist kostenlos. Biomasse ist stabil. Die Fixkosten der Anlagen und des Netzes steigen.

Ich könnte mir fast vorstellen, dass die "intelligenten Stromzähler" aka Smartmeter auch noch dazu beitragen. Die sind teuer in der Anschaffung und teurer im Betrieb. Und die Rechnungsstellung würde auch viel einfacher werden, wenn es nur eine Flatrate geben würde.

Wenn Speicher für erneuerbare Energien zum Netz gezählt werden, dann geht das auch auf die Fixkosten; die Diskussion läuft wohl noch.

Man will jetzt wohl lieber Richtung Anschluss-Flatrate, mit Preis in Abhängigkeit der Anschlussleistung, also in kW. Der Endverbraucher würde dann also zusammenrechnen, welche Geräte im Haushalt alle gleichzeitig laufen müssen, und danach die Flatrate bestellen. Dann bestellt man 3kW und kann eben nicht mehr gleichzeitig kochen und föhnen.

Aber wie ist das dann mit dem Photovoltaik-Eigenverbrauch? Wenn nicht mehr nach kWh abgerechnet wird, gibt es ja auch irgendwie keinen Eigenverbrauch mehr. Aber das ist ja den großen Energieversorgern egal...

Oder vielleicht wollen sie es ja machen wie bei Mobil-Daten-Flatrates: 3kW kosten 30 EUR flat. Wenn Du aber mal 1 kW mehr brauchst, für ne halbe Stunde -- wegen der Kreissäge oder was -- dann kostet das 1 EUR pro kWh.

Aber wie ist das mit der Umsetzung? Dann müssen ja kW-Begrenzer in jeden Haushalt. Und jedes Mal geändert werden, wenn man den kW-Tarif wechselt.

Aber werden die Leute dann noch auf den Stromverbrauch achten? Solange man unter seinen X kW bleibt, ist ja "alles bezahlt".

Aber werden sich dann die Leute nicht alle private Buffer (Batterien, Schwungräder) kaufen, um mal kurz 1 kW mehr ziehen zu können? Das freut doch den Energieversorger, wenn die Leute selber die Spitzen wegnehmen.

Aber was ist, wenn Otto Normalverbraucher dann eben doch noch zum Herd den Föhn anmacht? Wenn er dann bei allen elektrischen Geräten die Uhr neu einstellen muss, dann tschüß Kundenzufriedenheit.

Oder werden sie keine Begrenzer einbauen? Werden sie den Strom via Smartmeter messen und bei mehr als 3kW zahlt man dann Aufpreis (siehe oben)?

Nee, irgendwie sind da noch Fragen offen...

Update: Schon jetzt sind von dem Preis einer kWh ganze 20% für die Netznutzung. Wenn die Leute jetzt aber sparen, sparen, sparen oder sogar selbst einspeisen, dann müssen diese 20% anders umgelegt werden.

Hier hat sich auch E.ON schon dazu geäußert.

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