Sonntag, 4. September 2005

Zum Thema Fußbodenheizung

Eine FBH ist neben der Wandheizung das ideale Heizungssystem für eine WP, weil nur geringe Vorlauftemperaturen benötigt werden. Das ist gut für den Wirkungsgrad der WP und macht auch in der Praxis einen Unterschied im Stromverbrauch der WP.

Durch die angenehme Strahlungswärme, die eine FBH abgibt, kann im Allgemeinen die Raumlufttemperatur ein bis zwei Grad niedriger sein als bei anderen Heizmedien. Ein Grad weniger Raumlufttemperatur spart um die sechs Prozent Heizenergie!

Die FBH sollte (im Zusammenhang mit einer WP) auf eine maximale Vorlauftemperatur von maximal (!) 35°C ausgelegt werden mit einer Rücklauftemperatur von 30°C bei einer zu erreichenden Raumtemperatur von 21°C (Bad 24° oder was recht ist). In der Praxis läuft das bei einem KfW60 Haus auf einen Verlegeabstand der Heizschläuche von ca. 15cm hinaus. Im Bad dürfen es auch gerne 10cm sein.

D.h. die FBH sollte nicht so aussehen wie auf diesen Bildern. Sondern eher wie bei Ilfer. Oder hier: http://hubertus.baublog.de/archives/48-Sie-ist-drin.html

Bei einem schlechter als KfW60 gedämmten Haus müssten die Verlegeabstände noch dichter sein und bei einem besser gedämmten Haus (z.B. KfW40) könnte man wahrscheinlich bei 15cm bleiben und statt dessen auf eine maximale VLT von 30°C gehen und einen noch besseren Wirkungsgrad der WP bekommen. Siehe auch die Gedanken hier.

Bei uns ist in der Küche dort wo der Gefrierschrank hinsollte (und jetzt auch steht) kein FBH-Strang verlegt worden.

Die FBH sollte "naß verlegt" werden, also in naß gegossenen Estrich, nicht in Trockenestrich, um den optimalen Wärmeübergang zu erreichen.

Zum Thema Estrich: man kann sich seinen Estrich natürlich optimal über die Wärmeleitfähigkeit aussuchen. Zementestrich normal 1,4 W/mK; Anhydritestrich normal 1,2 W/mK. Höher ist besser. Es gibt aber jeweils auch bessere und schlechtere in ihrer Klasse z.B. Knauf FE 80 Anhydritestrich mit 1,87 W/mK. Ob das in der Praxis den Aufwand lohnt, weiß ich nicht. Bei uns ist Zementestrich drin.

Zum Thema Thermostate: (später mehr) Am besten von Thermostaten befreien lassen, da sich eine "Niedrigtemperatur-FBH" im Wesentlichen von alleine regelt. Begründung folgt.
Wenn doch: nicht dort anbringen, wo die Sonne draufknallen kann. Dort anbringen, wo die Raumtemperatur sinnvoll meßbar ist (also vielleicht nicht neben der Tür).

Vorurteile

Alles Schlechte, was Du mal über FBH's gehört hast ("macht dicke Füße", "fördert Venenleiden") bezieht sich auf FBHs in Altbauten, wo mit Vorlauftemperaturen von weit über 35 Grad geheizt wird/wurde. Bei einer maximalen Vorlauftemperatur von 35 Grad wird der Fußbodenbelag vielleicht 27 bis 30 Grad warm, das ist ausreichend kühl um den Füßen zu erlauben, ihre Kühlfunktion wahrzunehmen.

Fliesen auf einer solchen modernen FBH fühlen sich auch im Herbst/Frühling kalt/kühl an! Nur im "tiefen" Winter spürt man, dass da eine FBH ist.

Irgendwo hatte ich mal eine seriöse Quelle, die 35 Grad als maximale Bodentemperatur angab, bei der keine negativen Auswirkungen auf die Füße und Beinvenen zu erwarten sind.
Wer natürlich vorbelastet ist, mag das anders beurteilen. 35°C ist wohl auch als maximale Boden-Oberflächentemperatur inzwischen Vorschrift (hat jemand eine Quelle?).

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Vor- und Nachteile einer Abluft+Außenluft WP zu anderen WP

Erstmal kurz eine Liste von WP-Typen:
Wasser/Wasser
Sole (Bohrung) /Wasser
Sole (Flächen- oder Spiralkollektoren /Wasser
Luft (Außenluft) /Wasser
Luft (Abluft) /Wasser
Luft (Abluft+Außenluft) /Wasser
Luft/Luft -- nur für Passivhäuser geeignet

Vor dem Schrägstrich steht die Energiequelle/Quellenseite, hinter dem Schrägstrich die Nutzseite bzw. das Heizmedium.

(Später mehr)


Vor- und Nachteile einer Abluft+Außenluft WP zu anderen WP:

Vorteile:
- Man hat eine kontrollierte Wohnraumlüftung gleich mit drin, müsste man bei einer Sole, Wasser oder Nur-Außenluft WP extra kaufen (und finanzieren).
- Geringere Investitionskosten gegenüber Sole oder Wasser WP, keine Bohrungen usw. notwendig.

Nachteile:
- Schlechterer Wirkungsgrad als Sole WP oder Wasser WP.
- Wenn dezentrale Zuluft eingesetzt wird, keine Zuluftanwärmung durch die Abluft.
- Kann man dort nicht betreiben, wo es viele Wintertage unter Null gibt.

Diskussion:
- der bessere Wirkungsgrad einer Sole WP "rechnet sich nicht". Die Investitions- und Kapitalkosten für die Sonden-Bohrung bzw. Kollektoren-Verlegung reichen aus, um die höheren Stromkosten einer (Ab-)Luft WP auf Jahrzehnte zu finanzieren. (Investitions- und Kapitalkostenrechnung später)
Allerdings hat eine Sole-WP natürlich eine entsprechend bessere CO2 Bilanz.

(Später mehr)

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Abluftwärmepumpen vs. Dunstabzugshauben

Platzhalter

Bei Dunstabzugshauben gibt es zwei Typen: UmluftDAH und AbluftDAH.

Die UmluftDAH saugt die Luft über dem Kochfeld an, zieht sie durch einen Filter und gibt sie dann wieder an den Raum ab. Die Wärmeenergie geht nicht verloren und steht der Wärmepumpe zur Verfügung.

Die AbluftDAH saugt die Luft über dem Kochfeld an, zieht sie durch einen Filter (oder auch nicht) und bläst sie dann nach Darußen. Die Wärmeenergie geht verloren.
Eine Beeinträchtigung der kontrollierten Wohnraumlüftung durch eine Abluft WP ist nicht zu erwarten, es sei denn, man kocht täglich stundenlang.

Eine DAH direkt an die WP anzuschliessen dürfte im Allgemeinen zu Schäden an der WP führen, da die Volumenströme der DAH wesentlich höher sind als die der WP. Im Handbuch der Nibe 600P wird dies auch "verboten".

Siehe dazu auch:
http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=25056

(Später mehr)

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Nibe Fighter 600P -- Alternative Stiebel Eltron LWA 303 / Tecalor THD 300

Zu Nibe 600P vs. S.E LWA 303 / Tecalor THD 300 habe ich noch keine abgeschlossene Meinung.

Die Nibe hat eine um 0,1 bessere Arbeitszahl, dafür ist die Steuerung der 303 umfangreicher.

(Ich sag mal nicht "besser", weil soo viel muss nicht geregelt werden und das, was ich gerne hätte (Lüftungsregelung) können beide nicht)

Die Integration von Solarthermie ist bei den S.E./Tecalor Geräten direkter und es findet immer eine Heizungsunterstützung statt.

Man kann aber bei der Nibe auch einfach eine Solarthermieanlage vorschalten, wie bei uns geschehen. Ich habe hier bei schönen Tagen, wenn der Solarspeicher voll ist, klar einen klar geringeren Energieverbrauch als Leute ohne Solarthermie.

Durch die direkte Einbindung der Solarthermie müsste das ganze bei den S.E./Tecalor Geräten billiger sein, schliesslich fällt ein Speicher weg.

Die Markteinführung der S.E./Tecalor Geräte war 2004, die Kinderkrankheiten sollten also raus sein.

Am Ende ist es aber am wichtigsten, dass der Heizungsbauer weiss, was er tut, das Gerät gut kennt.

Wenn dies jemand liest, der ein solches Tecalor / S.E. Gerät hat, bitte melden!

Man findet nicht viele Erfahrungsberichte zu den Tecalor im Web, hier die, die ich gefunden habe:

In diesem Thread sind mehrere Berichte
http://www.energieportal24.de/forum/forum_entry.php?id=2946&page=0&category=all&order=last_answer

http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=4988

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=29275

Mit dieser Suche kann man in haustechnikdialog nach LWA Beiträgen suchen.

Und hier sehr vollständige Daten eines LWA 303 Betreibers:
http://hometown.aol.de/ingoalex/

Nachtrag: die LWA303 scheint eine deutlich geringere Leistung als die Nibe 600P zu haben, die Geräte sind also eher nicht vergleichbar.

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Interessante Links

Die ganz wichtigen Links kommen rechts in "Dokumentationen & Links". Hier kommen weitere interessante Links hin:

Zum Thema Heizmedien, Lüftung und Behaglichkeit:
http://www.deutsche-energie-agentur.de/page/fileadmin/waermewert/dokumente/Thermische_Behaglichkeit.pdf
und
http://www.thermische-behaglichkeit.de/pdf/Fachartikel_VDI_6030_TGA_Fachplaner.pdf
Leider werden Außenlufteinlässe in Außenwänden, die den Coanda Effekt einsetzen, nicht diskutiert, dabei ist das nach meinem Verständnis Stand der Technik...


Zum Thema Wärmepumpen:

Projektierungshandbuch Wärmepumpe, sehr umfangreich:
http://www.dimplex.de/downloads/handbuecher/wp/

Planungsleitfaden Wärmepumpe, auch mit Abluftwärmepumpe. Viele Beispiele:
http://www.energieland-nrw.de/service/brosch_down/WP-Leitfaden.pdf

Bundesverband Wärmepumpe e.V.:
http://www.waermepumpe-bwp.de/

http://www.arsenal.ac.at/home_de.html

http://www.fws.ch/downloads_01.html

Informationszentrum Wärmepumpen und Kältetechnik:
http://www.izw-online.de/

http://www.geothermie.de/oberflaechennahe/waermepumpe/uebersichtsseite_waermepumpe.htm

Viel Grundlagen zu Wärmepumpen, von C. Brenner
http://www.celsius-compile.de/waermepumpe.htm

Wärmepumpen und Öl-/Gasheizungen im Vergleich:
http://www.eva.ac.at/projekte/wp.htm
von 1999.

Ökonomische und ökologische Bewertung der elektrischen Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Heizungssystemen
http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/2003/1427/

Bauherr mit Nibe:
http://www.t-kollmann.de/fotoalben/haus_kollmann/

Feldtest Wärmepumpen von 2002/2003:
http://www.waermepumpe.de/download/Rubrik_News_Presse/feldtest.pdf
Nur 29 WPs wurden betrachtet...

Argumentationshilfe Wärmepumpe:
http://www.bartlwp.de/pdf/2005/Argumentationshilfe.pdf

Heatpumpcentre.org - Englisches Material:
http://www.heatpumpcentre.org/

Noch eine Wärmepumpen-Broschüre (EnBW):
http://www.enbw.com/content/de/privatkunden/_media/pdf/waermepumpe_broschuere.pdf

Dreißig Seiten zu Wärmepumpen, auch im Gewerbe und etwas über Gas-Absoptionswärmepumpen, mit Beispielen aus der Praxis:
http://www.wm.baden-wuerttemberg.de/sixcms/media.php/1106/Mittelgro%DFe%20W%E4rmepumpenanlagen.pdf

Merkblatt Wärmepumpe des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie:
http://www.stmwivt.bayern.de/pdf/energie/merkblaetter/Merkblatt_50.pdf

Bewag Unterlagen zu Wärmepumpen, detaillierte Aufstellungen zur Wirtschaftlichkeit:
http://www.bewag.de/db_files/1d06f0_1003c399140_-77ed1062068671/Waermepumpen.pdf

BaWue Energiesparen durch Wärmepumpen, 62 Seiten:
http://www.wm.baden-wuerttemberg.de/sixcms/media.php/1106/Energiesparen%20durch%20W%E4rmepumpenanlagen.pdf

Informationsplattform Umweltwärme:
http://www.infoplattform-umweltwaerme.de/

Forschugsstelle für Energiewirtschaft: "Ganzheitliche Bilanzierung von elektrisch angetriebenen Wärmepumpen als Basis einer Ökobilanz" (1996)
http://www.ffe.de/download/gabie/wp.pdf

Blog mit Tecalor Anlage:
http://www.firstbreeze.com/TI-Privatordner/Blogs/Hausbau/

Die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft hat auche eine hübsche Broschüre zu Wärmepumpen herausgegeben:
http://www.vdzev.de/pdf/VdZ_Info5_WP_Neubau.pdf

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Interessante Threads in Haustechnikdialog.de zu Wärmepumpen

In loser Folge:

Zu WP's

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=4988

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=9973

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=20138

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=21283

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=25203

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=25440

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=25589


Zu Lüftung (dezentral vs. zentral)

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=1424

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=22565

http://haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=23225


Andere Foren in denen über Wärmepumpen diskutiert wird:
http://www.oekonews.de/oekoforum.php

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Wirtschaftlichkeit

Betriebskosten- & Wirtschaftlichkeitsrechner für Wärmepumpen (vs. Gas, Öl, Direktstrom) gibt es viele:

http://www.klima-innovativ.de/pages/betriebskosten.html

http://www.ochsner.de/kosten.htm

http://www.energieag.at/extrafiles/rechner/heizkostenvergleich/haushalte.php

Hier gibt es unter "Beispielrechner" eine Excel Datei zum rechnen:
http://www.waermepol.de/index.php?id=13

Heizkosten im Neubau:
http://www.www.klima-sucht-schutz.de/
bzw. direkt hier:
http://hkn2.sec2-server.de/
ein schöner Heizkostenrechner, wo man auch alles selber einstellen kann, z.B. WP JAZ, Heizbedarf usw.

Konkrete Berechnung für Nibe Abluft WP vs. Gas:
http://www.lieber-mander.de/energieundgebaudetechnik/waermepumpentechnik/

Excel Sheet zur Berechnung der Jahres-Arbeitszahl (JAZ), man braucht aber mehr Infos als man als normaler Bauherr je haben wird:
http://www.minergie.ch/download/WPestiV1.XLT

Betriebskosten von Holzverbrennungsanlagen:
http://www.carmen-ev.de/dt/energie/pellets/pellets.html
...

Hier eine Vollkostenrechnung der Gasheizungslobby als Beispiel und zum selber ausfüllen (Vorlage):
http://www.asue.de/veroff/haustech/image/versorgung_neubau.pdf

Hier Vollkostenrechnungen der Gasheizungslobby:
http://www.asue.de/images/veroeff_pdf/asue_waermeversorgung.einzel.pdf

Hier eine Wirtschaftlichkeitsrechnung als Excel Tabelle mit Kapitaldienst:
http://home.arcor.de/krim-foto/Waermepumpe_Wirtschaftl.xls

WDim, eine Software zur Dimensionierung von WPs, jetzt kostenlos, mit Wirtschaftlichekeitsvergleich:
http://www.wdim.de/

Was man einer Abluft+Außenluft-WP alles anrechnen kann (gegenüber Gas, Preise von Eon):
- kein Schornstein (1-3000 EUR)
- kontrollierte Wohnraumlüftung (1,5-3000EUR)
- keine Gasanschlußkosten (1400 EUR)
- keine Gaszählergebühren (96 EUR / Jahr)
- keine Schornsteinfegergebühren (96 EUR / Jahr)

Gegenüber Flüssiggas/Öl/Pellets:
- gegenüber Flüssiggas/Öl/Pellets fällt der Tank und der Raum für den Tank (bei Innenaufstellung) weg (1500-3000 EUR)
- gegenüber Öl fällt die Versicherung, Reinigungskosten und Prüfungen für den Tank weg (200-250 EUR / Jahr)
- Kapitalkosten Öl im Tank / Pellets im Speicher. Die WP-Kritiker kommen ja gerne mit den Kapitalkosten, aber bei einer Ölheizung hat man doch im Mittel auch nen halben Tank (1500l?) nur 'rumstehen. Das sind nochmal 38 EUR Kapitalkosten, die jetztes Jahr anfallen (bei nur 0,5ct/l).

Weiterhin entstehen bei Gas/Flüssiggas/Öl/Pellets auch Stromkosten für den Anlagenbetrieb, so 1.26kWh/qm/a nach EnEV, bei Pellets teilweise deutlich mehr. Das wären für mein Haus so 200kWh/a und damit ca. 34 EUR / Jahr. In der Praxis (siehe die Zahlen von HarryT in haustechnikdialog.de) sind es wohl eher 40 EUR und mehr.

Was man gegenüber Gas etc. bei einer WP u.U. mehr bezahlen muß:
- Verlegeabstand der FBH Schleifen 10-12cm statt 15-20cm (für optimalen Betrieb)
- Mehrkosten für das Gerät selbst
- Mehrkosten bei der Elektroinstallation von ca. 200 EUR für Rundsteuerung, WP-Tarifzähler usw.
- Kosten für die Erschliessung der Quelle, nur bei Sole oder Wasser/Wasser WPs


Leider können wir alle nicht in die Zukunft blicken und wissen deswegen nicht, wie lange man mit den Mehrkosten (und Kapitalkosten der Mehrkosten) einer WP die Gaspreise kompensieren könnte.

Bei mir ist es so: Fußbodenheizung wollten wir sowieso, die rechnet ich also nicht als "WP Kosten". Eine kontrollierte Wohnraumlüftung wollten wir auch sowieso, die Kosten dafür ziehe ich von den "WP Kosten" ab. Dann sind die Mehrkosten schon sehr klein.

Aber der wesentliche Punkt ist: vor allem die sonstigen Betriebskosten (Gaszählergebühr oder Versicherungen, Schornsteinfeger) sind bei der WP viel günstiger oder fallen weg und daher rechnet sich die WP auch in einer Vollkostenrechnung mit Kapitalkosten locker in ihrer Lebenszeit (min. 15 Jahre), auch wenn die Öl/Gaspreise nur wenig steigen.

Beispielrechnung (von 2005):
Gas kostet hier 5,4ct/kWh, bei Wirkungsgrad 90% sind das 6ct/kWh Heizwärme.
WP-Strom kostet hier 11ct. Bei JAZ 2,7 sind das 4,1ct/kWh Heizwärme.

Für mein Haus spare ich da gute 180 EUR/Jahr plus 56 EUR weniger Zählergebühren plus 96 EUR Schornsteinfeger plus (mindestens) 34 EUR für den Strom der Gasheizung. Also gut 365 EUR gespart.

Mit 365 EUR im Jahr habe ich 3000 EUR Mehrkosten (bei 5% Kreditzinsen) in weniger als elf Jahren abgelöst. Danach spart die Anlage also Geld.

Und dabei habe ich den Strombedarf (70-100 EUR je nach Rechnungsansatz) für die kontrollierte Wohnraumlüftung noch garnicht abgezogen!

Siehe auch mein Vergleich EnEV Zahlen vs. Realität:
http://hendrik42.twoday.net/stories/1227450/

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Einbau

Beim Einbau ist auf eine optimale Schallentkopplung zu achten. Siehe auch Dokumentation "Technischer Status von Wohnraumlüftungen" und die Diskussion mit Links hier.

Siehe auch dieses Dokument.

Lüftungsrohre: die Stahlwickelfalzrohre in Gummimanschetten aufhängen, Winkel und Biegungen aus Kunststoffspiralrohr. Ein Schalldämpfer zwischen Gerät und Abluftrohre.

Gerät: nicht einfach auf den Estrich stellen, sondern auf einen (Metall-)Sockel, der direkt auf der Bodenplatte steht, der vom Estrich entkoppelt wird wie eine Wand, also mit flexiblem Band.

Türen: bei dezentraler Zuluft muß die Luft, um aus den Räumen rauszukommen, unter den Türen durch (wenn das Thema nicht anders gelöst ist, z.B. über extra Überström-Öffnungen). Unter den Türen muß also ein Spalt von min. 6mm Höhe sein. Der Spalt unter der Badezimmertür muß u.U. etwas größer sein.

Zuluftventile: bei dezentraler Zuluft sind die Zuluftventile max. 30cm unter der Decke anzuordnen. Wenn die Zuluftventile tiefer sind, dann greift der "Coanda Effekt" nicht mehr und die kalte Zuluft fällt nach unten. Wenn der "Coanda Effekt" korrekt greift, dann zieht die kalte Zuluft an der Zimmerdecken entlang und wird aufgewärmt, bevor sie auf Kopfhöhe abfällt.
Da die Zuluftventile das Einzige sind, was man im Wohnraum von der Anlage zieht, sollte man prüfen, ob man mit dem Design einverstanden ist.
Weiterhin muß man darauf achten, daß man genug Zuluftventile hat. Wir haben z.B. im Schlafzimmer und im Wohnzimmer zwei Stück. Dadurch muss durch beide Ventile nicht soviel Luft strömen wie wenn es nur ein Ventil gäbe. Dadurch ist die Gefahr von Zugerscheinungen gebannt.

Abluftventile: sind bei Bedarf auch schalltechnisch von den Wänden, Decken usw. zu entkoppeln. Wohl unkritisch bei massiven Wänden, aber vielleicht notwendig, wenn z.B. in Rigipsplatten eingelassen, da diese den Schall weitertragen können.

Fußbodenheizung: eine WP sollte man nicht ohne das Heizmedium betrachten. Für einen guten Wirkungsgrad ist eine Fußboden- oder Wandheizung optimal. Die Fußbodenheizung sollte gut abgestimmt sein (Stichwort: hydraulischer Abgleich) und so ausgelegt sein, daß mit kleinsten Vorlauftemperaturen (max. 35°C -- besser nur 30°C -- bei einer angenommene Raumtemperatur von 21°C (im Bad 24°C)) gearbeitet werden kann. In der Praxis läuft das auf einen Heizkreisverlegeabstand von so 10 bis 15cm hinaus (ja nach Dämmstandard des Hauses), im Bad kleiner als im Wohnzimmer.
Die korrekte Auslegung der FBH ist für den Gesamtwirkungsgrad des Heizsystems sehr wichtig! Siehe auch die Überlegungen hier , hier und hier.

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Verbrauchsoptimierung

Der Verbrauch des Nibe Fighter 600P (gilt so im Wesentlichen auch für den "kleinen Bruder" Nibe Fighter 315 und das Nachfolgemodell Nibe Fighter 360) kann über mehrere Parameter optimiert werden:

Heizkurve: wie bei allen anderen Heizungen, d.h. die Heizkurve und die Heizkurvenverschiebung sollte nur so hoch eingestellt sein, daß bei voll geöffneten Thermostaten in allen Räumen gerade die Soll-Temperatur erreicht wird. Räume, die kälter sein sollen (z.B. Schlafzimmer), regelt man dann mit Thermostat runter.
Es ist sehr wichtig, daß das Heizwasser nur so warm gemacht wird, wie nötig, da dies einen hohen Einfluß auf die Jahresarbeitszahl der WP hat. Jedes Grad zuviel sind ca. 6% mehr Heizkosten!

Heizkurvenverschiebung: wie bei allen anderen Heizungen. Siehe oben. So klein wie möglich.

Blockiertemperatur Heizstab: so klein wie möglich, manche Leute schaffen 0 Grad, manche "nur" 6 Grad.
Man startet am besten mit so 6 Grad und guckt dann, ob das Haus auch warm bleibt, wenn man im "Winter" (also um oder unter 2-6°C für längere Zeit) die Blockiertemperatur runter stellt. Immer nur ein Grad tiefer stellen und dann ein paar Tage warten. Ich scheine wohl mit 2 oder 3 auszukommen.

Maximal-Leistung Heizstab: so klein wie möglich, 6kW. Tatsächlich ist es wohl so, daß der Nibe Fighter 600P die Heizpatrone schrittweise zuschaltet, wenn der Kompressor nicht "hinterherkommt". Erst läuft nur der Kompressor; wenn die gewünsche VLT nach einer gewissen Zeit nicht erreicht wird, werden 3kW Heizstab zugeschaltet; wenn das nach einer gewissen Zeit immer noch nicht reicht, geht der Heizstab auf 6kW und dann noch später (nach zwei Stunden?) auf 9kW.
Wahrscheinlich ist es also unnötig, den Heizstab wie im Handbuch beschrieben auf 6kW zu beschränken, ich habe das aber trotzdem gemacht. Dabei ist zu beachten, daß die Verkabelung korrekt ist (laut Schaltplan im Handbuch), sonst schaltet die WP nachher irgendwas...
Man sollte das auch nur machen, wenn man was von Strom versteht!

Ventilatorspannung bei Lüftungsbetrieb ("weißes Kabel"): so klein wie möglich. Die Grenze ist hier wohl die morgentliche Luftqualität im Schlafzimmer :-). Je kleiner die Spannung, desto weniger warme Luft wird nach Draußen geblasen und durch kalte Außenluft ersetzt, die erst aufgeheizt werden muß.
Meine Lösung: im Winter auf 100V (da läuft die WP fast nur im Kompressorbetrieb), im Sommer auf 140V.

Ventilatorspannung bei Kompressorbetrieb ("schwarzes Kabel"): Nibe Süd empfiehlt hier für Häuser um die 130/140qm 170V. Ein größerer Luftvolumenstrom erhöht wohl nicht den Wirkungsgrad, führt aber mehr warme Luft nach Draußen!
Andere sagen, 160-170m³ ist der optimale Luftvolumenstrom und daß er auch mit 155V erreicht werden kann. Bei mir scheint das zu klappen: ich habe dafür die Abluftventile allerdings etwas aufdrehen müssen. Siehe hier und hier.

Wenn man am Tag länger nicht im Haus ist, dann lohnt sich wahrscheinlich eine "Tagabsenkung" der Lüftung. Wie das kostengünstig zu realisieren ist, prüfe ich gerade. Am einfachsten wäre wohl eine Zeitschaltuhr mit Wochenprogramm, die einfach in das "weiße Kabel" eingreift.

Luftvolumenstromoptimierung: Insgesamt Luftmenge verringern (s.o.), dafür aber im Verhältnis zu den anderen Räumen die Räume mit höherem Frischluftbedarf (Schlafzimmer) mit mehr Luft versorgen. Das kann über eine Einstellung der Zuluftventile erreicht werden: einfach die Ventile in den Räumen ohne höheren Frischluftbedarf etwas zudrehen.
Und immer drauf achten, daß die Luft aus den Räumen auch rauskann! (Türspalt/Überströmöffnung)

Einsatz von Außenluft: Der Nibe Fighter 600P sollte immer mit einem Außenluftkanal verwendet werden. Gerade in der Übergangszeit (und davon haben wir ja viel in Deutschland :-) kann so die WP der Außenluft noch Energie entziehen und muß nicht größere Mengen wärmere Raumluft nach Draußen befördern.
Um dies optimal einzustellen, braucht man ein Thermometer mit Außenfühler an einem Draht. Den Außenfühler muß man im Innern der WP (hinter der inneren Luke, siehe Handbuch) direkt vor dem Gitter des Ventilators anbringen. Ich habe dazu das Kabel durch das Gitter des Filters gezogen und dann den Fühler soweit "abgehängt", daß er direkt vor dem Ventilator gelandet ist.
Zwischen Außenluftöffnung und WP ist ein Volumenstromregler angebracht, mit dem man bestimmen kann, wieviel Außenluft mit Raumluft vermischt wird.
Der Regler ist im Zusammenhang mit der Ventilatorspannung so einzustellen, daß 15-18°C erreicht werden und so die Verdampfertemperatur maximal auf -1°C sinkt.

Leistung der Umwälzpumpe: Die UWP auf kleiner Stufe zu fahren, spart natürlich Strom. Allerdings senkt das auch den Volumenstrom, der am Wärmetauscher der WP vorbeigeht und das kann dazu führen, dass die WP nicht so hohe Vorlauftemperaturen schafft, weil der Rücklauf zu kalt wird. Meine UWP war auf Stufe zwei. Nachdem ich sie auf Stufe 3 gestellt hatte, hat die Raumtemperatur um fast ein Grad zugenommen und ich konnte die Heizkurve um einen Punkt zurück nehmen. Das kann nur positiv sein.

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Verbrauchsangaben

Meinen Stromverbrauch poste ich regelmäßig in dem HTD Nibe Thread (siehe Linkliste rechts). Hier aber auch nochmal zusammengefasst:

Haus & Haushalt:
freistehendes EFH, KfW60 Haus, 137qm Wohnfläche nach II BVO, 160qm Nutzfläche An nach EnEV, 52kWh/qm/a Heizwärmebedarf qh, Fußbodenheizung im EG und DG (Verlegeabstand 15cm, 10cm im Bad) ausgelegt auf VLmax 35°C bei -10°C, Solarthermieanlage mit 5,12qm Flachkollektoren und 300l Speicher, in Norddeutschland, zwei Personen Haushalt.

Wärmepumpe:
Nibe Fighter 600P, Modell 04/2004
Heizkurve (Kanal 6): 5
Heizkurvenverschiebung (Kanal 7): 0 bis +1
Blockiertemp. Heizpatrone (Kanal9): +3°C
Heizstab: max. 6kW (statt 9kW)
Ventilatorspannung Lüftungsbetrieb: 140V im Sommer, 125V ab Oktober
Ventilatorspannung Kompressorbetrieb: 140V
Außenluftklappe: 1 (kleinste Öffnung)
Abluftventile: ca. 170m³/h
Umwälzpumpe: Stufe 3 (höchste Stufe)

Verbrauch:
April/Mail: 04.04. bis 29.05 (55 Tage) = 777 kWh, davon ein paar Tage Aufheizen des Hauses von 17 Grad auf 21/22 Grad. Ein paar Tage waren sehr kalt.

Juni: 29.05.05 bis 30.06.05, 32 Tage = 247kWh, davon ein paar Tage unter 4kWh/Tag, was bei ca. 3 kWh/Tag Grundlast für die Lüftung/Ventilator ein guter Werte ist. Die Solarthermieanlage macht also einen Unterschied, wenn auch nur einen kleinen. Die ersten zweieinhalb Wochen noch nicht im Sommerbetrieb.

Juli: 31 Tage = 125kWh, 4,04kWh/Tag im Durchschnitt, min 3,2 (sehr sonnige Tage), max 4,5 (wo die Solaranlage fast nix bringt). Immer Sommerbetrieb.

August: 31 Tage = 177kWh, 5,7kWh/Tag im Durchschnitt, min 4,0 (sonnige Tage), zwischendurch ein paar Tage 7-12kWh weil ich für zehn Tage die Heizung eingeschaltet hatte.

September: 30 Tage = 207 kWh, die ersten 14 Tage so 4kWh/Tag (Sommerbetrieb), dann gute 9kWh/Tag im Heizbetrieb. Raumtemperatur (ohne Sonnenschein) immer leicht über 21 Grad. Heizkurve 5, Verschiebung +1 oder +2.

Oktober: 31 Tage = 367 kWh, min 8kWh/Tag, max 15,7kWh/Tag (noch bei 140V Lüfterspannung). Durchschnitt knapp 12kWh/Tag. Raumtemperatur (ohne Sonnenschein) immer leicht über 21 Grad. Heizkurve 5, Verschiebung +1

November: 30 Tage = 867kWh, min 11kWh/Tag, max 74kWh/Tag (Rumspielerei an Heizkurve und -verschiebung). Durchschnitt also knapp 30kWh/Tag. Die letzten kalten Tage so 52kWh. Raumtemperatur (ohne Sonnenschein) immer leicht über 21 Grad. Heizkurve 5 (kurz 6), Verschiebung +2 (kurz +3). Mindestens 50kWh sind auf Rumspielereien zurückzuführen.

Dezember: 31 Tage (3 hochgerechnet) = 1265kWh, min 20kWh/Tag, max 67kWh/Tag. Durchschnitt also knapp 41kWh/Tag. Die letzten 10 kalten Tage so 47kWh. Raumtemperatur (ohne Sonnenschein) immer leicht über 21 Grad, zwischendurch über 22°C. Heizkurve 5, Verschiebung +1 (eine Weile +2).

Januar: 31 Tage = 1906kWh, min 40kWh/Tag, max 97kWh/Tag. Durchschnitt also knapp 61kWh/Tag. Raumtemperatur (ohne Sonnenschein) immer leicht über 21 Grad. Heizkurve 5, Verschiebung +1. Der extrem hohe Verbrauch lag zum einen an den Temparaturen mit bis zu -12°C und zum anderen daran, dass ich mir mit dem Aufdrehen der Abluftventile klar ein Bein gestellt habe. Seitdem ich das Luftvolumenstrom-Meßgerät hatte, weiss ich, dass ich fast 100m3 Luft zuviel durchgesetzt habe. Pro Stunde!

Februar: 28 Tage = 1242kWh, min 34kWh/Tag, max 69kWh/Tag. Durchschnitt also gut 44kWh/Tag. Raumtemperatur (ohne Sonnenschein) immer leicht über 21 Grad. Heizkurve 5, Verschiebung +1. Abluftventile noch nicht optimal eingestellt.

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Allgemeines / Impressum

Ich habe beschlossen, die für einen Wärmepumpen-Betreiber -- mit Schwerpunkt auf Abluft+Außenluft/Wasser Wärmepumpen -- interessanten Informationen auf einer Webseite zusammenzufassen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Forenteilnehmer im haustechnikdialog.de, ich habe da eine Menge gelernt!

Ob ein Weblog die beste Form ist, ist mir noch nicht ganz klar, aber probieren geht über studieren.

Rechts unter den Links findet Ihr schonmal die "Pflichtlektüre" für angehende Wärmepumpenbesitzer/betreiber.

Disclaimer: ich mache das hier privat, ich bekomme von niemandem Geld dafür. Ich arbeite nichtmal in der Branche. Ich bin nur ein Bauherr und teile hier meine Erfahrungen und Gedanken mit. Für externe Links und Kommentare bin ich nicht verantwortlich. Wenn mir angezeigt wird, daß ein Link oder Kommentar strafrechtlich Relevantes enthält, wird dieser gelöscht.

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