Schadstoffe im Bau, Wohngifte usw.
Ein Thema das leider selten emotionslos diskutiert wird, ist das Thema Schadstoffe im Bau, Wohngifte usw. Durch meinen Bekanntenkreis sensibilisiert haben wir uns bei unserem Bau zumindest um das Gröbste gekümmert:
- der Bauunternehmer wurde vertraglich dazu verpflichtet vollständige Nachweise über die verbauten Materialen beizubringen. Da sich das Unternehmen "ökologische Bauweise" auf die Fahnen geschrieben hatte, war das kein Problem.
- der Bauleiter wurde in Gesprächen entsprechend sensibilisiert.
- bei den ausführenden Handwerksunternehmen wurden im Bezug auf Kleber, Fugenmasse u.a. Verträglichkeitsnachweise bzw. Alternativen eingefordert.
- alle Materialien wurden dokumentiert (im Zweifel Foto der Flasche/Dose/verpackung)
Tatsächlich war aber an der Front nicht viel los. Das Parkett haben wir sowieso nicht verkleben lassen, eine Wandfarbe mit entsprechendem TÜV Siegel hatte der Maler im "Standardangebot" und die sonstigen verwendeten Materialen waren eher unkritisch. Holzschutzmittel wurden z.B. überhaupt nicht eingesetzt.
Als Pakett haben wir eins mit Gut-Stempel von Ökotest genommen. Das hat auch die Auswahl deutlich vereinfacht ;-). Teppich haben wir keinen, aber auch da gibts es Produkte, die man auch essen könnte :-)
Um der eigenen Paranoia genüge zu tun, habe ich dann die im Dachboden eingesetzten Spanplatten einem Formaldehyd-Test unterzogen (gibts in der Apotheke) und nach Abschluß des Trockenbau einen Lufttest (VOC) durchgeführt. Total unkritisch, sogar weit unter der "normalen Belastung".
Ein zweiter Lufttest nach dem Verlegen des Parketts hat dann zwar doch erhöhte Werte gezeigt, aber für Stoffe, die bei der Aromatherapie in viel höheren Dosen eingesetzt werden... das kann man also mal wieder sehen wie man will.
Nichtsdestotrotz zeigt Lektüre wie diese: "Schadstoffemissionsverhalten von Baustoffen" daß es gerade in den ersten Wochen und Monaten wichtig ist, ordentlich zu lüften. Der kontrollierten Wohnraumlüftung sind wir hier doch sehr zu Dank verpflichtet. Der dritte Lufttest ein, zwei Monate nach Parkettverlegung zeigte dann wieder normale Werte.
Fazit: wenn man sich ein bischen kümmert, dann kann man beim Massivbau wirklich Schadstoffarm davonkommen. Kritisch sind behandelte Materialien wie Parkett und später die (neuen) Möbel. Die Durchführung von entsprechenden Tests lohnt sich ja nach Geldbeutel, Paranoialevel oder Neugierde.
Weitere gute Lektüre: "Vorsorgende Sicherstellung der Innenraumluftqualität von Gebäuden durch die Auswahl von Baustoffen"
Grobe Übersicht:
http://www.uniklinikum-giessen.de/toxi/PraesentationBadNauheim.pdf
_
- der Bauunternehmer wurde vertraglich dazu verpflichtet vollständige Nachweise über die verbauten Materialen beizubringen. Da sich das Unternehmen "ökologische Bauweise" auf die Fahnen geschrieben hatte, war das kein Problem.
- der Bauleiter wurde in Gesprächen entsprechend sensibilisiert.
- bei den ausführenden Handwerksunternehmen wurden im Bezug auf Kleber, Fugenmasse u.a. Verträglichkeitsnachweise bzw. Alternativen eingefordert.
- alle Materialien wurden dokumentiert (im Zweifel Foto der Flasche/Dose/verpackung)
Tatsächlich war aber an der Front nicht viel los. Das Parkett haben wir sowieso nicht verkleben lassen, eine Wandfarbe mit entsprechendem TÜV Siegel hatte der Maler im "Standardangebot" und die sonstigen verwendeten Materialen waren eher unkritisch. Holzschutzmittel wurden z.B. überhaupt nicht eingesetzt.
Als Pakett haben wir eins mit Gut-Stempel von Ökotest genommen. Das hat auch die Auswahl deutlich vereinfacht ;-). Teppich haben wir keinen, aber auch da gibts es Produkte, die man auch essen könnte :-)
Um der eigenen Paranoia genüge zu tun, habe ich dann die im Dachboden eingesetzten Spanplatten einem Formaldehyd-Test unterzogen (gibts in der Apotheke) und nach Abschluß des Trockenbau einen Lufttest (VOC) durchgeführt. Total unkritisch, sogar weit unter der "normalen Belastung".
Ein zweiter Lufttest nach dem Verlegen des Parketts hat dann zwar doch erhöhte Werte gezeigt, aber für Stoffe, die bei der Aromatherapie in viel höheren Dosen eingesetzt werden... das kann man also mal wieder sehen wie man will.
Nichtsdestotrotz zeigt Lektüre wie diese: "Schadstoffemissionsverhalten von Baustoffen" daß es gerade in den ersten Wochen und Monaten wichtig ist, ordentlich zu lüften. Der kontrollierten Wohnraumlüftung sind wir hier doch sehr zu Dank verpflichtet. Der dritte Lufttest ein, zwei Monate nach Parkettverlegung zeigte dann wieder normale Werte.
Fazit: wenn man sich ein bischen kümmert, dann kann man beim Massivbau wirklich Schadstoffarm davonkommen. Kritisch sind behandelte Materialien wie Parkett und später die (neuen) Möbel. Die Durchführung von entsprechenden Tests lohnt sich ja nach Geldbeutel, Paranoialevel oder Neugierde.
Weitere gute Lektüre: "Vorsorgende Sicherstellung der Innenraumluftqualität von Gebäuden durch die Auswahl von Baustoffen"
Grobe Übersicht:
http://www.uniklinikum-giessen.de/toxi/PraesentationBadNauheim.pdf
_
hendrik42 - 23. Okt, 22:12