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Erneuerbare Energieversorgung muss dezentral sein..?

Meine Gedanken zu: http://www.energynet.de/2008/03/20/solare-vollversorgung-mit-groskraftwerken/

Man darf nicht vergessen, dass auch bei Kraftwerken "Economies of Scale" viel für die Wirtschaftlichkeit tun. Bei mir wird sich z.B. noch eine ganze Weile Photovoltaik nicht lohnen, weil meine Dachfläche nicht so groß ist und deswegen eine ganze Reihe "Sockelkosten" nur auf wenige qm PV-Fläche umgelegt werden können. Dazu gehört die Installation und der Gleichrichter.

Was im Kleinen gilt, gilt auch im Großen, dort kommen noch Instandsetzung und Personalkosten hinzu, die auf möglichst viele kW Leitung umgelegt sein sollen, um die Preise im Rahmen zu halten.

Manche Kraftwerksarten (Aufwindkraftwerke, Parabolkraftwerke) funktionieren im Kleinen gar nicht.

Und nur weil viele "Grüne" ein Problem mit Großanlagen an sich haben, sollte man solche Kraftwerke nicht von vornherein ausschließen. Warum müssen erneuerbare Energien dezentral sein?

Noch ein Punkt: ein großer Schritt voran für die erneuerbaren Energien werden die "virtuellen Kraftwerke" sein, also ein zentral gesteuerter Mix aus Biogas, Solar, Wind, Stausee usw. der dann Leistung nach Bedarf liefern kann. Die Anlagen sind dann vielleicht dezentral aufgestellt, aber die Steuerung ist dann doch zentral...

Eine vollständige "Peer to peer" Stromversorgung wird erst funktionieren, wenn die Speicherung von Energie auch lokal möglich ist -- dass das irgendwann möglich sein wird (wenn jeder Auto-, Heizungs-, und Laptopakku steuerungstechnisch eingebunden ist) will ich gar nicht abstreiten, aber auch eine Speicherung von Energie wird "zentral" noch sehr lange effizienter und effektiver sein.

Die Parabolsonnenkraftwerke machen z.B. auch noch nach Sonnenuntergang eine Weile Strom, weil die Wärmeenergie gespeichert werden kann.

Ich denke, man muss sich jeden Typ Kraftwerk gut ansehen und dann schauen, ob er zentral oder dezentral sinnvoller ist.

Für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung unserer Zivilisation ist die unterbrechungsfreie Versorgung mit Energie (vor allem Strom) schlicht notwendig. Das wir dabei alle effizienter mit Energie umgehen müssen ist keine Frage und wird sich neben politischen Maßnahmen auch über den Preis regeln. Oder eben Akku's in allem und jedem. Das ist aber dann schnell ein Entsorgungsproblem...

Aber dass erneuerbare Energien "am besten" dezentral sind, ist aus meiner Sicht schlicht ein Dogma ohne stichhaltige Basis.

Aber klar, ich hätte auch gerne meine eigene Windmühle mit Speicher in meinem Garten. Dann könnten mir die Strompreiserhöhungen egal sein...

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Andy (Gast) - 25. Mrz, 10:07

Wir zwei können uns vielleicht keine eigene Stromerzeugung leisten. Aber es macht doch einen erheblichen Unterschied, ob die Fläche einer Großstadt in der Wüste mit PVC-Anlagen zugepflastert wird, oder ob vorhandene Dachflächen genutzt werden können. Das meinte ich mit dezentral oder zentral. Sicher, und da haben wir einen Bezug zur aktuellen Energie-Engpass-Diskussion, kommt man auch künftig nicht ohne große Kraftwerke aus. Aber eine zentrale Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien wird nicht die Regel sein, bei manchen Technologien ist es nicht anders möglich, das stimmt.

Das EEG halte ich auch ein Instrument für die Förderung dezentraler Strukturen. In manchen Gegenden Deutschlands gibt es auf fast allen Dächern, auch bei Bauernhofscheunen, PV-Anlagen zur dezentralen Stromerzeugung. Heute ist das Netz noch der Speicher, wie es in zehn Jahren aussieht weiß ich natürlich auch nicht.

hendrik42 - 25. Mrz, 18:48

Geeignete Flächen sollten genutzt werden...

... das sehe ich auch so. Gerade bei großen (oft gewerblichen) Flächen finde ich es sehr schade, wenn da keine PV Anlage drauf ist -- denn für größere Flächen sollte es sich inzwischen eigentlich immer rechnen.

Wobei ich inzwischen eigentlich eher ein Wind-Fan bin. Windstrom ist einfach viel, viel billiger. Und das einzige, was wir tun müssten um noch mehr Windstrom zu bekommen, ist die Genehmigungen zu vereinfachen. Die Windmüller hätten zwar aber auch gerne mehr Geld, aber wenn man mal schaut, was im Moment den Ausbau bremst, dann ist es nicht die Vergütung, sondern die Widerstände der Gemeinden usw.

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