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Vor- und Nachteile einer Abluft+Außenluft WP zu anderen WP

Erstmal kurz eine Liste von WP-Typen:
Wasser/Wasser
Sole (Bohrung) /Wasser
Sole (Flächen- oder Spiralkollektoren /Wasser
Luft (Außenluft) /Wasser
Luft (Abluft) /Wasser
Luft (Abluft+Außenluft) /Wasser
Luft/Luft -- nur für Passivhäuser geeignet

Vor dem Schrägstrich steht die Energiequelle/Quellenseite, hinter dem Schrägstrich die Nutzseite bzw. das Heizmedium.

(Später mehr)


Vor- und Nachteile einer Abluft+Außenluft WP zu anderen WP:

Vorteile:
- Man hat eine kontrollierte Wohnraumlüftung gleich mit drin, müsste man bei einer Sole, Wasser oder Nur-Außenluft WP extra kaufen (und finanzieren).
- Geringere Investitionskosten gegenüber Sole oder Wasser WP, keine Bohrungen usw. notwendig.

Nachteile:
- Schlechterer Wirkungsgrad als Sole WP oder Wasser WP.
- Wenn dezentrale Zuluft eingesetzt wird, keine Zuluftanwärmung durch die Abluft.
- Kann man dort nicht betreiben, wo es viele Wintertage unter Null gibt.

Diskussion:
- der bessere Wirkungsgrad einer Sole WP "rechnet sich nicht". Die Investitions- und Kapitalkosten für die Sonden-Bohrung bzw. Kollektoren-Verlegung reichen aus, um die höheren Stromkosten einer (Ab-)Luft WP auf Jahrzehnte zu finanzieren. (Investitions- und Kapitalkostenrechnung später)
Allerdings hat eine Sole-WP natürlich eine entsprechend bessere CO2 Bilanz.

(Später mehr)

_
Thomas (Gast) - 4. Jan, 09:27

WP für neubau

Hallo,

ich interessiere mich für einen geplanten Neubau für Nibe WP. Hatte eigentlich ursprünglich an Sole-WP gedacht, aber jetzt eine Kostenschätzung für die Bohrung von 13.000 Euro !! bekommen und dankend abgelehnt. Heizlastberechnung ist noch nicht erfolgt, schätze aber daß es knapp auf KFW60-Standard hinausläuft.

Eckdaten:
Wohnfläche 155 qm (1,5 geschossig),
voll unterkellert (davon 1 ca. 30 qm Spielzimmer beheizbar geplant)
FBH geplant
im WZ Heizkamin geplant
Außenwände 24 Kalksand + 12 cm Dämmung (WDVS)
Dach 18 cm Dämmung
Fenster U-Wert 1,1
Dämmung unterm Kellerboden sowie 6 cm perimeterdämmung an Kellerwänden

Meinst Du das da eine NIBE 600P ausreichen könnte?

hendrik42 - 4. Jan, 13:32

Kommt drauf an :-)

Der Nibe FIGHTER 600P soll gut sein bis 200qm Wohnfläche. Um das mit möglichst wenig Heizstabeinsatz zu schaffen, sollte aber gut gedämmt sein: KfW60 Standard sollte es schon sein, besser mehr. Und die FBH auf max. VL von 30°C auslegen lassen, wenn es geht.

Allerdings kannst Du ja mit dem Ofen zuheizen, wenn es wirklich kalt wird, bei mir wird es erst ab ca. <=1°C Außentemperatur "teuer", weil dann der Heizstab mitmacht.

Bei Dach und Bodenplatte lieber mehr und besser (!) dämmen. Auch prüfen, ob es das WDVS in "besserer" Qualität gibt, z.B. mit Wärmeleitgruppe 030 oder 035 und nicht 040. Kleiner ist besser.

Viel Erfolg, Hendrik

_
Martin Asrav (Gast) - 8. Jan, 01:01

meist Du, die Nibe langt..?

Hallo Fragesteller, Hallo Hendrik ;-)

Du solltest Dich entweder gründlicher informieren, besser noch einen zB. Bauleiter haben, Architekten stellen die manchmal (nicht gratis...), aber MINDESTENS bevor Du weitere Maßnahmen veranstaltest, sofern nicht zu spät, einen Energieberater oder sonstigen Experten kontaktieren und schnell einen "Schadensbegrenzungsplan" (zugegeben etwas übertrieben, "Schaden" ist falsch, aber unsinnige verteilung von Baugeld)

Bis auf die Außenwand, hast Du nirgendwo ansatzweise KFW60! Alle Werte gerade EnEv.

Wenn der Keller aus Beton ist, hast Du mit 6cm (gegen Luft? oder Erde?) KFW "Katastrophenwerte", nicht "60" ;-(.
Ist bestimmt 3 oder 4x so hoch wie die EG Wände. (und dürfte eigentlich somit NICHT dauerhaft beheizt sein).

Unsinnige Baugeldverteilung, weil das Dach auf U-0,15 ("ehehmals PH Wert, die sind IO schon bei 0,0...) zu bringen, kostet Dich etwas Styro mehr,hätte man es gleich gemacht, wäre es kaum der Rede wert, aber auch jetzt kannst Du es noch günstig machen.

Der Keller sollte im Spielzimmer für die 30m², ua auch nur phasenweise genutzt, eine zusätzliche INNENdämmung haben. (-> Fachmann kontaktieren) Ansonsten -> "Energieloch"..

Wieviel Dämmung unter der Platte? Auch im Keller sollte zumindest 0,25 -0,35max sein.
Der Spielbereich ist auch nicht gut ohne Bodendämmung+Estrich.
(Zum spielen muß jedes mal die Bodenplatte mitgeheizt werden.

Ich würde entweder besser dämmen, oder eine AußenluftWP und sep. Lüftung holen.
Das "Nibchen" wirst Du ohne "Stäbchen" so nicht schaffen.
(besser dämmen, wichtigsten ist Dach, KG falls nicht gegen Luft, ist "relativ", bei häufiger Nutzung des Spielzimmer trotzdem Verschwendung
Frank Paul (Gast) - 8. Jan, 13:28

Heizlastberechnung kommt ja wohl noch

...schreibt Thomas jedenfalls. Dann wird sicher klar werden, ob das mit der Nibe 600P noch klappen kann.

Servus, Frank
Thomas (Gast) - 31. Jan, 17:14

Heizlastberechnung liegt jetzt vor

Hallo,

ich hatte vor einiger Zeit schon mal die Frage gestellt ob die NIBE 600p für mich reichen könnte, jetzt habe ich auch eine Heizlastberechnung:
- Gebäudeheizlast: 7454 Watt
- beheizte Gebäudefläche: 221 qm
- spez. Heizlast je beheizte Gebäudefläche: 33,6 W/qm
- spez. Transmissionswärmeverlust: 0,17 W/(qm * K)
hendrik42 - 31. Jan, 23:00

Hmm, klappt wohl nicht

Hi Thomas,

die Nibe Fighter 600P hat ja knapp 3kW -- Du brauchst aber 7,5kW (kommt da nicht auch noch Warmwasser hinzu?). Das wird wohl nicht reichen, selbst wenn es heisst, man soll eine WP etwas unterdimensionieren. D.h. warm wirds schon werden, aber der Heizstabanteil wird zu hoch.
Über den dicken (!) Daumen braucht Dein Haus wohl 2kW mehr als meins. Das würde ich wohl nicht mit der Nibe 600P heizen wollen.

Da braucht es wohl eine "richtige" Luft WP und eine kontrollierte Wohnraumlüftung extra.

Oder ein gutes Stück besser dämmen.

Gruß, Hendrik
Elena (Gast) - 23. Jan, 17:14

Schwere Entscheidung

Hallo, Hendrik!

Wir sind gerade am Bauen und jetzt ist die Heizung dran, sodass wir uns irgendwie nicht entscheiden können, was wir am besten machen sollen. Wir überlegen, ob eine Wärmepumpe das Richtige für uns wäre. Wir haben auch schon ein paar Anfragen an die entsprechende Firmen verschickt, doch denen trauen wir nicht so richtig, denn sie wollen ja nur verkaufen. Wir kennen zwar noch einen in der Nachbarschaft, der eine Sole-Wasser-Wärmepumpe hat und sehr zufrieden damit ist.

Hier sind unsere Hausdaten: 2,5 Geschosse, ca. 170m², kein Keller, gebaut aus 17,5er Bims, wird von außen mit 120mm Styropor Stufenfalz, 035-er Platten gedämmt mit VWS-Putz. Von innen werden die Wände dann noch mal mit Rigipsplatten mit 20mm 035-er Styropor verkleidet. Fenster mit Isolierglas, Gesamtwerte: 1,4 UW. Dachgeschoss isoliert mit 180mm 035-er Glaswolle, Thermolan-Folie und dann noch mal quer 50mm 035-er Glaswolle, mit 12,5-er Rigips-Platten verkleidet. Unter der Bodenplatte haben wir 60mm Styrodur verlegt und unter Estrich wollen wir dann auch noch mal 80mm Styrodur /Styropor verlegen.

In unserem Wärmebedarfsnachweis steht eine Jährliche Energiebedarfszahl von 100kW/m². Ein Heizungsinstallateur hat uns eine Heizlast von 10kW ausgerechnet, doch ich habe dann im Internet ein Beispiel gefunden, dass man bei 170m² Fläche und 100kW/m²/Jahr ca. 15 kW Heizlast benötigt. Jetzt bin ich total irritiert. Weißt du denn vielleicht, wie man die Heizlast ausrechnet?

Du hast ja, wie es aussieht, schon Erfahrungen und Kenntnisse auf dem Gebiet der Wärmepumpen. Erstens: wir können uns nicht entscheiden, welche besser ist: die Sole-Wasser-WP mit Tiefbohrung oder die Luft-Wasser-WP? Die Wasser-Wasser-WP können wir nicht machen wegen der Versickerung, da bei uns das Grundwasser bei 1-2m vorhanden ist. Deswegen kriegen wir den Antrag für Versickerung niemals durch.

Was würdest du uns empfehlen? Welche WP und gibt es da einen Hersteller, der besonders gut ist? Oder worauf sollte man unbedingt achten? Und kannst du uns vielleicht mal sagen, wie man diese Heizlast ausrechnet?

Vielen Dank für deine Hilfe! Wir freuen uns auf deine Antwort!

Liebe Grüße

Elena und Daniel Mirea
e.mirea@fz-juelich.de

hendrik42 - 24. Jan, 20:00

Also...

Eure Frage kommt ja ganz schön rum...

Ich versuche mal eine Antwort in Stichworten:
- ich würde mehr Geld für Dämmung ausgeben. 100kWh/m²/a ist nur knapp besser als die EnEV vorschreibt. Man kann mehr (dicker) oder besser dämmen. Besser dämmen wäre z.B. 030er oder 025er Material. Nur wer dämmt, spart auf lange Sicht wirklich! Denkt darüber nach, ob Ihr Euch nicht KfW60 Dämmniveau leisten könnt.

- Heizlastberechnung rechnet man nicht selber, sondern das läßt man rechnen, vom eigenen Heizi oder z.B. bei www.waermebedarf.de (ich kenne die nicht, keine Ahnung ob die gut sind, ist nur ein Beispiel). Sind die 100kWh/m²/a inkl. Warmwasser oder ohne? Um die 10kW könnte aber hinkommen. Bei einer WP ist die WP selbst immer leicht unterzudimensionieren! Dafür die Quelle (Bohrung, Kollektor, bei Luft egal) immer leicht überdimensionieren.

- wenn ihr Grundwasser bei 1-2m habt, ist das nach meinem Verständnis ganz toll (!) für eine Sole-WP mit Flachkollektoren in der Erde. Das ist auch nicht so teuer wie eine Bohrung, man braucht allerdings genug Grundstücksfläche (bei Euch wohl so 150-200qm). Luft WP geht natürlich auch.

- darauf achten, dass Eure Fußbodenheizung auf max. 35°C Vorlauf, 30°C Rücklauf bei 21°C Raumtemperatur und -10 / -15°C Außentemperatur (je nach Lage) ausgelegt wird!

- Fenster würde ich nur mit U-Wert (inkl. Rahmen!) von max. 1,3 besser 1,1 einbauen.

- ich würde unter den Estrich vielleicht noch 40mm extra klemmen. Da kommt man nie wieder dran :-)

- warum bei Euch die Wand von Innen gedämmt wird, ist mir unklar, ich dachte, das macht man nicht. Nach meinem Verständnis ist ein Putz besser als Rigipsplatten bei der Regelung der Luftfeuchtigkeit.

- In Sachen WP habe ich keinen Favoriten, außer, dass ich meine Nibe WP immer noch ganz klasse finde. Bitte hier meine Empfehungen nachlesen: http://hendrik42.twoday.net/stories/949472/
Der einbauende "Heizi" ist das wichtigste Bauteil!

Gruß und viel Erfolg, Hendrik

_
Elena (Gast) - 25. Jan, 15:56

Kennt jemand eine WP von Beglau?

Hallo, Hendrik!

Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort, wir werden deinen Ratschlägen folgen.

Wir haben jetzt ein Angebot von BEGLAU Wärmepumpen bekommen und zwar, für Sole/Wasser WP mit Erdreich kollektoren. Stimmt das, dass man die Kollektoren auch untereinander einbauen kann, wenn man nicht so viel Platz hat?

Kennst du diese Firma? Sie bitten uns eine Scroll-WP mit elektronischer Einspritzung für Direktverdampfung und Direktkondensation mit einem WP-Manager-System für hohe Leistungszahlen von ca. 6 und erhöhte Verdichterlebensdauer. Dazu dann noch einen Kofort-Zentralregler für die Einzelraumregelung duch Temperaturmessung mit Sensoren, dann 500m Erdreichkollektor bestehend aus Spezial-Kupferrohre mit PE-HD-Ummantellung, dazu noch die Fußbodenheizung aus Kupferrohren plus Aluminium-Wärmeleit-Folie und PE-Schutzfolie für hocheffiziente Wärmeverteilung und dann noch einen 200Liter-Edelstahl-Trinkwasser-Speicher mit Heißgasnutzung für hohe Warmwassertemperaturen von 60° mit PU-Isolation in 100mm. Dann steht hier noch auf dem Angebot, dass es keine elektrische Zusatzheizung erforderlich wäre, und dadurch gerinste Heizkosten entstehen.

Das ganze für 18.000,- €. Ist das ein gutes Angebot?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!

Grüße

Elena

hendrik42 - 25. Jan, 17:33

Keine Erfahrung damit... aber...

Hi Elena,

- mit Direktverdampfern kenne ich mich nicht aus. Von der Technik her sind die von Vorteil, wenn der Betrieb sich damit auskennt.
- wahrscheinlich kann man die Kollektoren auch untereinander einbauen, aber die Abstände müssen natürlich stimmen und da weiss ich dann nicht, ob dann nicht eine Sondenbohrung billiger ist.
- Du solltest diese Fragen auch nochmal im Wärmepumpenforum von Haustechnikdialog.de stellen.
- mit dieser Google-Suche findest Du alle Einträge auf Haustechnikdialog.de, die sich mit Beglau beschäftigen:
http://www.google.de/search?hl=de&q=beglau+site%3Ahaustechnikdialog.de&btnG=Search
- das Angebot klingt erstmal gut. Dafür bauen die die WP, die Kollektoren und die FBH ein? Oder steht da irgendwas von "bauseits"? Sind alle Erdarbeiten enthalten?
- die WP Leistung muss natürlich zur Heizlastberechnung passen und die FBH zur WP und zum Haus usw. Siehe oben.
- Heißgasnutzung ist ne tolle Sache, damit kann man prima Warmwasser machen.

Gruß, Hendrik

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